In vielen Teams arbeiten Menschen lange zusammen, ohne sich wirklich zu kennen. Wir wissen, wer welche Aufgaben übernimmt, wer schnell entscheidet und wer lieber gründlich nachdenkt. Doch wie jemand arbeitet, kommuniziert oder mit Druck umgeht, bleibt oft unausgesprochen. Genau hier entstehen Missverständnisse, unausgesprochene Erwartungen und Konflikte, die sich langsam festsetzen.
Ein Werkzeug, das wir in der Teamentwicklung häufig einsetzen, heißt „How to work with me“. Ursprünglich wurde es als Onboarding-Tool genutzt, um neuen Kolleg:innen den Einstieg zu erleichtern. In der Praxis erleben wir jedoch immer wieder, dass es vor allem bestehenden Teams hilft, weil es endlich eine gemeinsame Sprache für Zusammenarbeit schafft.
Was „How to work with me“ sichtbar macht
Im Kern geht es nicht um Selbstdarstellung oder Rechtfertigung. Es geht darum, sich selbst und anderen Orientierung zu geben.
Typische Fragen sind zum Beispiel:
- Was brauche ich, um gut arbeiten zu können?
- Wie treffe ich Entscheidungen?
- Wie wünsche ich mir Feedback?
- Was stresst mich schnell und was hilft mir dann?
- Wie arbeite ich unter Zeitdruck?
Viele dieser Aspekte beeinflussen die Zusammenarbeit täglich – ohne je offen angesprochen zu werden.
Warum gerade bestehende Teams profitieren
In eingespielten Teams entstehen Routinen. Und mit ihnen Annahmen.
Wir interpretieren Verhalten, ohne nachzufragen. Wir passen uns an oder ziehen uns zurück. Ärger wird leise, Kritik unausgesprochen.
„How to work with me“ verändert diesen Umgang grundlegend.
Statt über Personen zu urteilen, sprechen wir über Arbeitsweisen.
Statt Vorwürfen entstehen Einladungen zum Verständnis.
Ein Perspektivwechsel wird möglich:
Nicht „Du bist schwierig“, sondern „So arbeitest du und das brauche ich im Zusammenspiel mit dir.“
Eine Grundlage für gute und auch kritische Gespräche
Besonders wertvoll wird das Tool, wenn es nicht als einmalige Übung verstanden wird, sondern als Startpunkt für Dialog.
Es schafft Raum für Fragen wie:
- Was davon ist für unser Team hilfreich?
- Wo kollidieren unsere Arbeitsweisen?
- Was brauchen wir voneinander, um besser zusammenzuarbeiten?
Gerade in anspruchsvollen Phasen hilft diese Klarheit. Kritik wird konkreter, Feedback persönlicher – ohne persönlich zu verletzen.
Was Teams daraus mitnehmen
Aus unserer Erfahrung zeigt sich nach der Arbeit mit „How to work with me“ häufig:
- mehr Verständnis füreinander
- weniger Missverständnisse im Alltag
- klarere Erwartungen
- offenere Gespräche
- ein bewussterer Umgang mit Unterschiedlichkeit
Nicht, weil plötzlich alle gleich arbeiten.
Sondern weil Unterschiede nicht mehr im Verborgenen wirken.
Teamentwicklung heißt nicht verändern – sondern ermöglichen
Für uns bedeutet Teamentwicklung, Bedingungen zu schaffen, unter denen Zusammenarbeit gelingen kann. „How to work with me“ ist dafür ein erstaunlich einfaches und gleichzeitig tiefgehendes Werkzeug. Es stärkt Selbstverantwortung, fördert Offenheit und macht Teams anschlussfähig – auch für schwierige Gespräche.
Wenn Teams anfangen, darüber zu sprechen, wie sie arbeiten wollen, entsteht Vertrauen.
Und Vertrauen ist die Grundlage für Entwicklung, Wirksamkeit und echte Zusammenarbeit.
